Die Grafschaft Sulczpach

Die Sage von der Gründung Sulzbachs durch das gleichnamige Grafengeschlecht wurde im 14. Jahrhundert in der so genannten „Kastler Reimchronik“ niedergeschrieben. Die Chronik berichtet in mittelhochdeutschen Versen davon, wie Graf Gebhard auf der Eberjagd den sulzbacher Burgfelsen fand:
 

„Der ain Suen hiez Gebhart

der rait ains Tages ain wilde Vart.

Den wilden Wald hinumb

Es was ein Degen tumb

An denselben Stunden

Wart Sultzpach von im funden

An einer also wilden stat

Als sie jeman gesehen hat.

Diesselb Purch wart im gegeben

Durch sein Furstenlichez Leben.

Ze rechtem Aigen ewiclich

von ainem Kunic der was rich.“

(Kastler Reimchronik Vers 148-158)
 


Dem gegenüber stehen die Ergebnisse der modernen Geschichtsforschung.

Im Jahre des Herrn 1003 erhob sich der mächtige Nordgaugraf Heinrich von Schweinfurt gegen den König Heinrich II. Nach der Niederschlagung des Aufstandes änderte der König Heinrich II. die Machtverhältnisse auf dem Nordgau.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit bekam die Familie der späteren Grafen von Sulzbach nach der Niederlage Heinrichs von Schweinfurt die als Verwaltungsmittelpunkt dienende Burg in Sulzbach. Hier sieht die Geschichtsforschung den Beginn der Grafschaft Sulzbach (Comitas Sulczpach). 
Im Verlauf des 11ten und zu Beginn es 12ten Jahrhunderts strukturierten die Sulzbacher Grafen mehrmals die Burg um. Unter anderem wurde ein achteckiger Wohnturm errichtet.
Als schillerndster Vertreter dieser Grafendynastie ist mit Sicherheit Graf Berengar I. zu sehen, der während des Investiturstreits mehrere Verhandlungen mit dem Papst anführte und 1122 als einziger Graf das Wormser Konkordat unterzeichnete. Außerdem war er (Mit-)Begründer der Klöster Kastl, Berchtesgaden und Baumburg, sowie Michelfeld.
Die Macht und das Ansehen der Sulzbacher Grafen zeigen sich vor allem auch durch die Vermählungen zweier Töchter des Grafen Berengar I. mit dem ersten deutschen Stauferkönig Konrad III. und dem byzantinischen Kaiser Manuel I. Komnenos. 
Mit Graf Gebhard II. erlebt die Herrschaft der Sulzbacher ihren Höhepunkt und Niedergang. Schließlich stirbt das Grafengeschlecht 1188 im Mannesstamm aus, da sein einziger Sohn (Berengar II.) 1167 in Italien an der Pest verstarb. 
Die Besitzungen und Lehen der Sulzbacher Grafen fielen unter anderem an die Söhne des Kaisers Friedrich I. Barbarossa und die Grafen von Hirschberg. 

Das apokryphe Wappen der Grafen von Sulzbach, die sechs weißen (silbernen) Lilien auf rotem Grund dient noch heute als Wappen der Stadt Sulzbach-Rosenberg


 
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