Hagen, der Herold des Ritters Gelphrad

 


Herold Hagen

Hagen ist mein Name, der Sohn des Bauers Gisbert und seiner Frau Uta aus dem Dorfe Michelfeld. Am Tag meines Namenspatrons im Jahre 1112 wurde ich in das harte Leben eines Leibeigenen gestoßen. Als fünftes von sieben Kindern war mir nie mehr als das Leben eines Knechtes bestimmt. Einen Nichtsnutz nannte man mich, der ich in Tagträumen meinen Gedanken nachhing. Meine Stunde schlug am Tag des Hl. Bartholomäus 1134 als auf dem Markte zu Michelfeld das Gedränge an den Ständen so groß wurde, dass der Ritter des Klostervogtes und seine Gemahlin nicht den Weg zum Kloster beschreiten konnten. Kurzerhand fasste ich mir ein Herz und trieb mit lauter Stimme und den Worten: “Platz, Platz für den edlen Herrn Gelphrad und seine liebreizende Gemahlin Judith” die Menge entzwei. Der Ritter schien beeindruckt und lies mich zu sich rufen. Nach dem er mich dem Kloster abgekauft hatte, wurde ich zu seinem Herold ernannt, der fortan Ihn und seine Taten preisen sollte.
 

Im ausgehenden 12ten Jahrhundert erscheinen bei höfischen Festlichkeiten und Turnieren Personen niederen Standes, die Botendienste verrichten, bei den Vorbereitungen zu den Waffenspielen helfen, die Ritter ankündigen, auf Ordnung in den Turnierschranken achten und auch die Turniersieger in Liedern ehren. Diese „Garzune“ genannten zählen zu den Fahrenden und sind daher rechtlos. Jedoch üben sie zu dieser Zeit schon die Aufgaben eines Herolds aus.

 

 
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