Miles Gelphradus de Krûsin
 

 


 


Gelphrad de Krûsin nennt man mich. Ich bin der Sohn des Adeligen Erkinger de Waltendorf. Geboren wurde ich 1103 und wenige Jahre später zur ritterlichen Erziehung an den Hof des berühmten Grafen Berengar von Sulczpach geschickt. Als Knappe unterstellte man mich Herrn Bertho von der Zarg, der mich 1119 zum Ritter weihte. Neben Burg Rosenberg, dem Erbe meiner Mutter, trug man mir das Lehen Königstein auf, als ich in die Ministerialität des Grafen eintrat. 1121 vermählte ich mich mit der Tochter des Ministerialen Gerunch de Moura, Judith. Durch meine unermüdlichen Dienste übertrug mir der Graf außerdem die Verwaltung seiner Burg Creußen, von der ich mich seither nannte.



 

Die Herren von Königstein (und Creußen)

Das Geschlecht der Herren von Königstein wird erstmals in einer Urkunde des Klosters Michelfeld von ca. 1125 mit Gelphrad de Chungesteine genannt. Etwa um die gleiche Zeit wird dieser Gelphrad ohne Zubenennung in einer Traditionsnotiz der von den Grafen von Sulzbach gegründeten Propstei Berchtesgaden erwähnt. Nach 1132 bezeugt er als Gelpherat filius Erchingeri (de Waltendorf) eine Schenkung des Grafen Gebhard von Sulzbach und seiner Frau Mathilde an ebendiese Propstei. Ab ca. 1138 zeugt dieser Gelphrad unter dem Namen de Crusen oder de Krûsin  im Gefolge der Sulzbacher Grafen, was darauf hindeutet, dass er zu dieser Zeit mit der Burg Creußen belehnt wurde, oder zumindest dort seinen Dienst versah. 1139 wird er von Bischof Otto von Bamberg mit Gütern in Friedrichsreuth(Friderikesriute) belehnt. Ausdrücklich als sulzbachischer Ministeriale wir er 1144 genannt. Wie bei anderen Ministerialen dieses Raumes fällt die „Doppelministerialität“ der Königsteiner, zum einen zu den Sulzbacher Grafen und dem Hochstift Bamberg auf. In rascher Folge erscheint dieser Gelphrad von Creußen bis ca. 1170 in zahlreichen Urkunden als Zeuge und folgt seinem Herrn durch dessen gesamten Herrschaftsbereich.
Ihm folgt ein Wirnt de Chrusen, bei dem es sich womöglich um seinen Schwiegersohn handeln mag und der sich 1184 ebenfalls de Chungesteine nennt. Der Besitz von Creußen scheint dem Geschlecht damals bereits wieder verloren gegangen zu sein.
Mit dem Aussterben der Grafen von Sulzbach und dem Übergang deren Bamberger Hochstiftslehen an die Staufer, gingen auch die Ministerialen von Königstein in den Dienst des Reiches über. Als Reichsministerialen erwarben Sie ausgedehnte Eigenbesitzungen und Vogteirechte im Raum um Hersbruck und dem Pegnitztal. Wirnts I. Sohn, Ulrich I. von Königstein, der in einer Traditionsnotiz des Klosters Reichenbach von ca. 1212/1224 erstmals erwähnt wird galt in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts als mächtigster Reichsministeriale auf dem Nordgau. Er war regionales Oberhaupt der staufischen Partei und saß dem kaiserlichen Landgericht vor, auch noch auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser Friedrich II. und dem Papst. Sein Sitz war spätestens seit der Verschiebung seiner Besitzzentren ins Pegnitztal die Burg Reicheneck bei Happurg. Verheiratet war er mit Adelheid aus dem Geschlecht der Ministerialen von Berg.
Am 18. November 1234 erscheint er mit seinem Sohn Wirnt II. in einer Urkunde König Heinrichs. Durch den frühen Tod seines Sohnes und dem tragischen, tödlichen Unfall seines Enkels, Ulrich II. kündigte sich das Aussterben der Königsteiner im Mannesstamm an. 1243 stiftete er das Dominikanerinnenkloster Engelthal und sorgte somit für seinen Nachruf und den seiner Familie.
Als er im Winter 1252/53 starb, ging sein Erbe an seine Tochter Elisabeth und seinen Schwiegersohn Walter Schenk von Klingenburg. Dieser tauschte bereits am 6. Mai 1253 die von Ulrich von Königstein ererbte Burg Rosenberg gegen Güter des Grafen von Hirschberg. In der Folge gründete sich auf ihn das Geschlecht der Schenken von Reicheneck. Diese übernahmen auch das Wappen der Königsteiner, die fünfblättrige, rote Rose auf silbernem Grund.





Stammbaum der Herren von Königstein

 
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