Miles Heinricus de Nietstein



 

Ich wurde im Jahre 1129 nach der Geburt des Herren auf den Namen Heinricus getauft. Nach meinen Bruder Rupertus war ich der zweite Sohn des Ministerialen Rupertus de Stein, weswegen man mich im Alter von sieben Jahren dem Kloster Michelfeld übergab, in dem ich Mönch werden sollte. 1142 suchte mich mein Vater im Kloster auf. Nach dem tragischen Tod meines Bruders an einer Lungenentzündung sollte ich den Namen unseres Geschlechts weiterführen. Ich wurde dem Ministerialen Gelphrad de Krûsin als Knappe unterstellt, wo ich die ritterlichen Tugenden und Fähigkeiten erlernte. Nachdem mein Vater zum Heil seiner Seele auf der großen Pilgerfahrt im Heiligen Land verstarb, wurde ich in die Reihen der Ritterschaft von Sulczpach erhoben.
 

 

Die Herren von Neidstein

Das Ministerialengeschlecht der Herren von Neidstein erscheint erstmals in der Stiftungsurkunde des Klosters Michelfeld von 1119 mit Rupertus de Stain und seinem Bruder Roho. Wie andere Ministerialen unseres Raumes waren sie vermutich „Doppelministeriale“ des Bischofs von Bamberg und deren Vögte, der Grafen von Sulzbach.
Die genaue Herkunft des Geschlechts ist nicht genau nachweisbar, da sich im zwölften Jahrhundert viele Geschlechter „de Stain“ oder „de Lapide“ nannten. Im Verlauf des zwölften Jahrhunderts erscheinen mehrere Personen, die sich „von Stein“ nannten, deren Zuordnung zu den Herren von Neidstein jedoch alles andere als sicher gilt. Genannt seien hier der um 1150 erwähnte Heinricus de Stein, Ruperti frater, sowie der um 1217 genannte Rupertus de Lapide.
In einer Urkunde des Bischofs Eckbert von Bamberg vom 02. 03. 1237 erscheint mit Rupertus de Nietsteine der erst, der zweifellos der Familie von Neidstein zugeordnet werden kann. Verheiratet war er wohl mit einer Tochter Ramungs von Huttenhausen. Sein Bruder Konrad, der um 1221/1226 genannt ist, begründete die Seitenlinie des Geschlechts und errichtete in unmittelbarer Nähe zum Neidstein die Burg Rupprechtstein.
Um 1249 wird sein Sohn Rupertus iunior de Nietstein genannt, als er auf das Gut Salha verzichtet. Neben ihm erscheinen noch Rupertus von Hertenstein, Konrad, Pfarrer von Eschenfelden und Heinrich von Hertenfels am 21. 02. 1268 als Söhne Ruperts I. Ihre namentlich nicht bekannte Schwester war mit Dietrich, Marschall von Kunstatt vermählt. Zusammen mit den Seitenlinien von Rupprechtstein, Hertenstein und Hertenfels bildete die Sippe der Neidsteiner so ein für die staufische Zeit typisches Burgensystem, mit dem wichtige Verkehrsverbindungen gesichert wurden.
1287 erscheint mit Heinrich von Neidstein der letzte männliche Vertreter dieses Geschlechts. Verheiratet war er mit Agnes, Marschallin von Lengenfeld. Seine Schwester Mechthild war Nonne im Kloster Engelthal. Als er starb ging sein Erbe an seine beiden Töchter Katherien und Mechthild, die mit Heinrich von Wiesenthau, bzw. Heinrich Schenk von Reicheneck vermählt waren. Die jüngste Tochter Sophie war ebenfalls Nonne in Engelthal.
Das Wappen der Neidsteiner zeigt einen Pfahl mit Widerhaken. Die Tingierung des Wappens ist uns im Gegensatz zum Wappen der Rupprechtsteiner leider nicht überliefert.


 
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