Ministerialen

Die Macht der Grafen von Sulzbach stützte sich vor allem auf ihr zahlreiches Gefolge. Allein im Gebiet des ehemaligen Nordgaus sind mehr als sechzig Vasallen und Dienstmannen nachzuweisen, die im Verlauf des elften und zwölften Jahrhunderts den Grafen von Sulzbach dienten. Neben den edelfreien Vasallen waren es aber vor allem die Ministerialen, die die Herrschaft stützten.

Der Stand der Ministerialen bildete sich während des elften Jahrhunderts heraus und rekrutierte sich zuerst aus den Reihen des unfreien Hausgesindes. War dieses Recht, Ministerialen zum Dienst heranzuziehen zuerst ein Privileg der Könige und Kaiser, so begannen bald auch die Bistümer, Klöster und schließlich die Territorialherren eigene Ministerialitäten zu bilden. Durch die Heranziehung der Ministerialen zu hohen Verwaltungsaufgaben sowie zum Kriegsdienst wurde dieser Gruppe von Unfreien ein schneller Aufstieg ermöglicht, der im Ergebnis dazu führte, dass der Ministerialenstand mit den freien Vasallen zum niederen Adel verschmolz. Neben dem Kriegs- und Verwaltungsdienst waren die Ministerialen auch am Hofe als Truchsessen (dapferi), Schenken (pincernae), Marschallen, (marchalli) und Kämmerer (camerarii), nach dem Bamberger Dienstrecht auch als Jägermeister (venatores), tätig.

Im Gegensatz zu den freien Lehnsleuten bestand bei den Dienstmannen nicht die Gefahr der Entfremdung von Rechten und Gütern des Herrn, da die Ministerialen unfrei und damit persönlich von ihrem Herrn abhängig waren. Da ihr Rang mit dem ihres Herrn stand und fiel, standen sie in unbedingter Loyalität im Dienste ihrer Herren.

Die unfreien Ministerialen wurden in der Folge von ihren Herren gefördert, gewannen einen eigenen Rechtsstand (Dienstrecht) und erbliche Dienstlehen. Diese Rechte wurden während des elften und zwölften Jahrhunderts in Dienstrechten niedergeschrieben (Dienstrecht der Bamberger Ministerialen 1061/1062). Dies führte dazu, dass viele freie Vasallen freiwillig in die Ministerialität eintraten um Ämter und Lehen zu gewinnen (z.B. die Herren von Parkstein).

Dies führte, neben dem Aussterben vieler edelfreier Familien zu einem starken Anstieg des Anteils an Ministerialen im Adel.

Ihr Einfluss und die ihnen übertragene Macht ermöglichten ihnen schon früh einen Lebensstandart, der sich von dem des edelfreien Adels nur geringfügig unterschied. Allerdings wurden die Ministerialen durch die Dienstreche noch lange vom Adel unterschieden.

 
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