Sigbotho de Thurndorf
 


1130 war das Jahr in dem ich, Sigbotho de Turndorf, geboren wurde. Der Erziehung wegen schickte mich mein Vater zu dem ehrenhaften Ritter Heinricus de Nietstein, so dass mich dieser als Knappe in seinen Dienst nahm. In großer Demut erfülle ich die Pflichten und Aufgaben, die mein Herr mir auferlegt und übe mich im Schwertkampf, um eines Tages würdig zu sein die Schwertleite zu erhalten.


Die Herren von Thurndorf

 

Das Ministerialengeschlecht derer von Thurndorf findet erstmals im Jahr 1121 mit Sigbot (I.) de Turndorf urkundliche Erwähnung. In dieser Urkunde wird er ausdrücklich als Ministeriale des Bistums Bamberg bezeichnet. Zusammen mit anderen bambergischen Ministerialen erscheint er bis 1144, wo er mit seinen beiden Söhnen Syboto (II.) et Luipolt von Thurndorf erwähnt ist. In den Folgejahren erscheinen die beiden Brüder häufig in der Gefolgschaft des Grafen Gebhard II. von Sulzbach. Während Sigboto (II.) eher im heimatlichen Raum um Sulzbach als Zeuge erscheint, folgte sein Bruder Luipold seinem Herrn durch seinen gesamten Herrschaftsbereich.

Nach wie vor waren die Thurndorfer bambergische Ministerialen, doch zugleich auch Gefolgsleute des bambergischen Vogtes Graf Gebhard von Sulzbach. Diese „Doppelministerialität“ war bezeichnend für den nördlich an Sulzbach anschließenden Herrschaftsbereich der Grafen von Sulzbach, der zum Großteil aus bambergischen Hochstiftslehen bestand.

Für ihre Lehnsherren verwalteten die Herren von Thurndorf einen großflächigen Herrschaftsbereich und hatten ihren Sitz auf der namensgebenden, für ministerialische Verhältnisse großen Burg Thurndorf.

Wie andere Ministeriale in diesem Bereich des Nordgaus hatten die Thurndorfer ihre Grablege im 1119 gegründeten Kloster Michelfeld. Um 1187 begraben die Brüder Chunrat (I.), Sigboto (III.) et Heinrich de Turndorf zusammen mit ihren nicht namentlich genannten Schwestern dort ihren Vater, wohl Sigboto II. und stiften dem Kloster ein Gut, vorbehaltlich der Schutzvogtei.

Mit dem Aussterben der Grafen von Sulzbach 1188 gingen die Thurndorfer an die Staufer über und wurden so zu Reichsministerialen. Vor dem Todes des letzten Sulzbachers hatte sich Kaiser Friedrich I. Barbarossa die bambergischen Vogteilehen der Grafen von Sulzbach vertraglich gesichert. Die Brüder Konrad (I.) und Heinrich von Thurndorf erscheinen um die Jahrhundertwende mehrfach als Zeugen in Königsurkunden.

Durch die zunehmende Schwäche der staufischen Herrschaft nördlich der Alpen gingen die Thurndorfer im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts zunehmend Bindung zu anderen Herren (z. B. den Landgrafen von Leuchtenberg) ein. Zuletzt wird, gemeinsam mit den Leuchtenbergern, Heinrich von Thurndorf in zwei Urkunden vom 25. Oktober 1235 und vom 16. Juli 1241 erwähnt, in der letztgenannten mit seinem Sohn, Konrad II. Der Butiglar zu Nürnberg, bzw. der Landrichter von Eger werden hier von Kaiser Friedrich II. und König Konrad VI. aufgefordert Streitigkeiten um die Vogtei von Gütern des Klosters Speinhart, auf die die Leuchtenberger und Thurndorfer Anspruch erhoben, zu überprüfen.

Das Wappen von Thurndorf zeigt bis heute einen weißen (silbernen) Turm im roten Feld.




Stammbaum der Herren von Thurndorf

 
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